In dem Artikel “Kunst–Aktion am Kran” habe ich ja schon von den ersten Schritten berichtet. Nachdem einige organisatorische und rechtliche Bedenken ausgeräumt waren, konnten Klaus Elle und Günter Pagel mit den künstlerischen und handwerklichen Vorbereitungen beginnen. Klaus Elle hatte seine Idee in Form einer Skizze zu Papier gebracht und Günter Pagel setzte diese Schritt für Schritt um.
Ursprünglich sollten die Plastiken direkt am Kran entstehen, aber nicht alle notwendigen Arbeiten konnten dort auch durchgeführt werden. Darum mussten die Grundelemente jeweils in der Werkstatt von Günter Pagel in Moorburg entstehen. Dabei zeigte sich auch, dass ein Kunstwerk auch nicht bis ins Detail vorgeplant werden kann. Während der Arbeit kommen neue Ideen und schon fertig gestellte Teile müssen wieder geändert werden. Bei der Plastik “Gewächshaus” wurde das Dach wieder abgetrennt, um es nach oben zu öffnen. Die vorhandenen alten Schäkel des Krans inspirierten Klaus Elle dazu, sie als Blüten auf die herauswachsenden Rohre zu setzen. Die Endstücke der Stahlseile wurden aufgefächert und der florale Charakter dadurch noch deutlicher.
Auch ein Kunstwerk sollte in der Waage sein und so ist die magnetische Wasserwaage bei Stahlarbeiten ein unerlässliches Werkzeug und Hilfsmittel. Natürlich muss auch die Statik stimmen und die Schweißarbeiten müssen fachgerecht durchgeführt werden.
In der Werkstatt von Günter Pagel wurde auch unser kleiner Spendenkran entwickelt und gebaut, der während des Binnenhafenfestes am großen Kran zum Einsatz kam.
Auf dem Binnenhafenfest 2010Bevor ich über das Fest berichte möchte ich mich bei den Organisatoren und allen Mitarbeitern der KulturWerkstatt Harburg für die Unterstützung und Hilfe bei der Arbeit unserer Krangruppe bedanken. Ich finde, es hat alles super geklappt! Alle haben viel Zeit und Knowhow in die Vorbereitungen und die Durchführung investiert, um das 10-jährige Binnenhafenfest gebührend zu präsentieren. Standesgemäß war dieses Jahr auch das Wetter – strahlender Sonnenschein und somit kamen viele Besucher mit viel guter Laune.
Am Freitag, den 04. Juni 2010, hat Günter Pagel die vorbereiteten Plastiken mit seinem LKW zum Kran gefahren und abgeladen. Klaus Elle und seine Helfer hatten alle Hände voll zu tun, um alles sicher auf den Boden zu bekommen.
Zeitgleich war auch der Schriftenmaler Axel Remke gekommen, um die noch fehlende Ziffer 3 auf zu malen, denn dieser Kran war ursprünglich der Mulch-Kran Nr. 3.
Natürlich wollten wir unseren Kran während des Festes auch den Besuchern angemessen präsentieren. Nicht nur mit der Kunst-Aktion, sondern auch mit Informationen in Wort und Bild zur Vergangenheit und zur Zukunft des Krans. Hierbei war uns Harald Valentiner eine große Hilfe. Als ehemaliger Lokomotivführer hat er großes technisches Interesse und hat sich akribisch auf unsere Aktion vorbereitet. So konnte er auf viele Fragen der Besucher umfassend Auskunft geben. An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank für die gute Mitarbeit.




Neben dem Bauzaun, direkt am Kran-Portal konnten wir unseren Infostand aufbauen. Tisch und Bänke sowie Fotos im Hintergrund am Zaun aus der Zeit, als noch Schüttgut von der Firma Mulch verladen wurde, und eine Dokumentation der Restaurierung und Ideen zur zukünftigen kulturellen Nutzung. Auf dem Hafenfestgelände konnten wir noch einige Plakate platzieren, die auf die Kran-Aktion aufmerksam machen sollten.
Pünktlich zum Festbeginn war unser kleiner Spendenkran fertig und Roland Remstädt wollte als erster Spender seinen Beitrag leisten. Der “Kleine” kam dann zu dem “Großen” und stand als Blickfang und “Animateur” auf unserem Infotisch. Die Kran-Becher wurden natürlich auch präsentiert und verkauft, um zusammen mit dem Spendenkran den Kontostand zur weiteren Restauriereung etwas aufzubessern.
Auch Frau Hanne-Lore Mulch ist natürlich zu Ihrem alten/neuen Kran gekommen und ließ es sich nicht nehmen, den kleinen Kran zu füttern! Sie freute sich über den sichtbaren Arbeitsfortschritt und schaute sich unsere Fotodokumentation sehr aufmerksam an.
Die Kunst-Aktion fand reges Interesse. Klaus Elle und Günter Pagel arbeiteten vor Ort und vor den Zuschauern weiter an Ihren Plastiken, um sie am Sonntag endgültig zu präsentieren. Wie man sieht, braucht auch ein Künstler mal eine schöpferische Pause.



Die putzigen Feuerwehrleute von Günter Pagel spielten derweil Fußball, solange kein Einsatz notwendig wurde. Aber dafür waren ja auch die anderen großen und kleinen Feuerwehrleute zuständig!
Die Motive unserer zahlreichen Spender und Kran-Becher Sponsoren waren vielfältig, wie wir aus den Gesprächen mit ihnen heraushören konnten. Neben technischem Interesse und Anerkennung der geleisteten Arbeit, waren auch viele Erinnerungen mit diesem Kran verknüpft. Ein ehemaliger Harburger kaufte gleich vier Becher für seine Familie, weil er als Junge in der Blohmstraße aufgewachsen ist. Von den Fenstern der damaligen Wohnung hatte er täglich den Kran vor Augen und heute freut er sich über die gelungene Restaurierung und den Erhalt des Krans als Kultur-Denkmal.
Die Veranstalter wiederum freuten sich über das tolle Wetter und ein gelungenes Fest, die Krangruppe über viele interessante Gespräche und ein ansehnliches Spendenergebnis. Die zahlreichen Besucher haben hoffentlich gute Erinnerungen an viel Spaß und gute Laune auf dem Binnenhafenfest 2010.
Zum Schluss noch ein paar Impressionen vom Kran, zum Kran und um den Kran herum.













































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