Das Jahr 2009 geht zu Ende und es wird Zeit, dass wir über die Fortschritte auf der Baustelle berichten.
Ursprünglich hatten alle Beteiligten die Hoffnung, dass die Restaurierungsarbeiten am Kran in diesem Jahr weitestgehend abgeschlossen sein werden.
Die absoluten Fachleute haben allerdings schon gleich vor zu viel Euphorie gewarnt. Das Wetter und nicht vorhersehbare technische Schwierigkeiten können den ganzen Zeitplan durcheinander bringen. Das Maximalziel haben wir leider nicht erreicht, aber das, was geschafft wurde, sieht toll aus und darauf können alle Beteiligten stolz sein. An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön an den Bauleiter Roland Remstädt sowie alle Praktikanten und Helfer.
Laut Bautagebuch wurde ab dem 4. August 2009 die Baustelle um den Kran eingerichtet. Der Bauzaun und Container für das Werkzeug und das Material konnten aufgestellt werden. Ein weiter Container als Aufenthaltsraum für Roland Remstädt und seine Helfer wurde auch zur Verfügung gestellt. Jetzt konnte es richtig losgehen!


Um mit den Arbeiten überhaupt beginnen zu können musste der Kran seine Standposition verändern. Er steht ja auf Schienen und ist somit parallel zur Kaimauer zu bewegen. Schieben oder schleppen war nicht möglich und aus eigener Kraft ging es auch nicht mehr, weil die Motoren samt Getriebe ausgebaut waren. So wurde der Kran mit Muskelkraft über Kettenzüge in die richtige Position gebracht.

Als erstes musste der Ausleger demontiert werden. Dazu wurden Bolzen und die Lastseile entfernt. Der Ausleger wurde dann von einem Autokran vorsichtig gehalten und langsam mit dem einen Ende auf Holzbohlen abgelegt. Nachdem auch die Festhaltebolzen am Maschinenhaus herausgedrückt waren, konnte der Autokran den Ausleger vollständig heraus heben und auf dem Boden ablegen. Für einen Nichtfachmann war das eine spektakuläre Aktion, aber auch den Fachleuten war anzumerken, dass alle froh waren, als der Ausleger wohlbehalten an seinem Platz lag.
Danach wurde das Hubseil entfernt und ca. 600 Schrauben mussten heraus gedreht oder abgetrennt werden. Jetzt konnte auch das Geländer und der Aufstieg am Ausleger entfernt werden.
Am 19. August 2009 war der große Autokran wieder zur Stelle und die Kontergewichte – ca. 13 t – wurden aus dem Maschinenraum gehoben. Sie wurden gekennzeichnet und neben dem Kran auf dem Boden abgelegt. Natürlich mussten dazu auch die Dachbleche und die Seitenbleche größtenteils demontiert und mit dem Kran am Boden abgestellt werden. Auch die Bleche bekamen eine Markierung um die richtige Reihenfolge für den Wiedereinbau nach der Renovierung zu gewährleisten.




Ab dem 24. August wurde der Ausleger entrostet. Einige Teile mussten auch erneuert werden, um die Sicherheit und die Funktion wieder herzustellen.


Am 26. August war dann die Pressekonferenz am Kran – siehe auch NDR 90,3 Kran-Reportage vom 26.08.09. Die Kulturwerkstatt hatte eine CD mit Texten und Bildern vorbereitet, um sie den anwesenden Pressevertretern und den zahlreichen Gästen aus Politik, Verwaltung und der Nachbarschaft als Informationsmaterial zur Verfügung zu stellen. Auch Frau Mulch war der Einladung der Kulturwerkstatt zur Freude aller Anwesenden gerne gefolgt und konnte sich vor Ort über den Baufortschritt informieren.



Danach war wieder Alltag und die Entrostungsarbeiten wurden fortgesetzt. Zwischenzeitlich war auch die neue Farbe verfügbar – das berühmte Mulch-Gelb – und somit konnte der Ausleger ab dem 01.09 09 gestrichen werden. An dieser Stelle gilt unser Dank Frau Mulch, denn sie hat die Kosten für die Farbe übernommen.

Um die weiteren Arbeiten durchführen zu können musste ein Gerüst aufgebaut werden. Hier hat uns die Firma Kreft sehr geholfen indem sie die Gerüstteile und auch den fachgerechten Auf- und Abbau sponsert. Am 05.09.09 wurden die ersten Gerüstteile aufgestellt und es konnte mit der Entrostung des Turms begonnen werden. Auch die Seitenbleche und Profile des Maschinenraums wurden nach und nach entrostet und gegebenenfalls ersetzt. Die neuen Bleche und Winkeleisen wurden von der Firma August Prien gesponsert – herzlichen Dank!
Am 08. Oktober 2009 hatte der Kran interessierten Besuch. Auf Einladung der Kulturwerkstatt waren 17 Schülerinnen und Schüler, die “Fische-Lerngruppe” der Schule Grumbrechtstraße und Ihre Lehrerinnen, in den Harburger Binnenhafen gekommen. Die Erst- und Zweitklässler waren trotz Regenwetters guter Laune und auch gut zu Fuß und so auch zum Kran gekommen. Begleitet wurden sie von Gorch von Blomberg von der Kulturwerkstatt und mit großen Augen lauschten sie seinen erklärenden Worten. Auch Roland Remstädt nahm sich die Zeit, um den Kindern etwas über den Kran und seine Arbeit dort zu berichten. (Siehe auch Pressebericht“Kinder-Zeitreise im Hafen”, HAN 14.Oktober 2009)

Um etwas wetterunabhängiger beim Schweißen, Entrosten und Streichen zu sein, wurde ein Zelt aufgestellt und als “Arbeitsraum” genutzt. Am 30.09.09 wurde das erste sanierte Seitenteil mit Hilfe eines Flaschenzugs gehoben und wieder eingebaut. Das Gerüst musste umgebaut werden und der Kran hin und wieder um 30° gedreht werden, um weiterarbeiten zu können. Diese Drehung konnte nur mit Hilfe eines Kettenzugs erfolgen, nachdem die Bremse des Drehkranzes kurzfristig gelöst wurde.

Der kleine Autokran der Firma Prien leistete bei der Montage der weiteren Seitenteile immer wieder große Dienste. Insgesamt waren es 9 Stück, die hochgezogen und neu verschraubt werden mussten.
Am 11.11.09 wurde das Gerüst von der Firma Kreft wieder abgebaut und am16/17.11.09 konnten die ersten beiden Dachteile wieder fachgerecht zusammen geschweißt werden. Drei weitere Teile müssen noch restauriert werden. Der Drehkranz wurde von außen entfettet und entrostet. Danach wurde er im neuen Mulch-Gelb gestrichen.
Im Maschinenhaus sind die alten Stahlbodenplatten und die darauf liegenden Gehwegplatten entfernt und sieben neue Bodenbleche eingesetzt worden.
Inzwischen haben wir Ende Dezember, Weihnachten steht vor der Tür und der Winter mit Schnee und Eis hat auch den Mulch-Kran im Griff. Roland Remstädt und seine wichtigsten Mitarbeiter sind trotzdem an der Baustelle um jede Gelegenheit zu nutzen, um weiter zu arbeiten. Als nächstes sollen wohl die Kontergewichte wieder eingebaut werden – darüber aber mehr im nächsten Bericht!











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